Etwas verkatert von einer feucht-fröhlichen Nacht an der Seine steige ich in den Flieger Richtung Heimat. Als Bordliteratur wird mir von der pink-schwarzen NIKI-Dame die Presse mit der Headline “Ungarn holpert in die EU-Präsidentschaft” gereicht. Unter des ist das Ungarische Medienaufsichtgesetz in aller Munde und EU-Häuptling Barroso selbst kämpft munter gegen das unverbindliche Lächeln von Viktor O. aus Budapest.
Tja, die liebe Pressefreiheit..mit ihr ist das so eine Sache…und mit dem anspruchsvollen Journalismus auch: DORT WO SIE SCHREIBEN KÖNNEN, DÜRFEN SIE NICHT – DORT WO SIE DÜRFEN, TUN SIE ES NICHT. Das scheint das neue Motto der Medienqualität zu sein.
Hierzulande degradiert das drittgrößte landesweite Online-Portal des staatlichen Rundfunks zu einem schlechten Abklasch seines eigenen Confetti TVs und berichtet munter über Weltereignisse wie den Verkauf der Brustimplantate von Kelly Osbourne oder die “Befreiung der Meerjungfrau” durch Starbucks. Bei kolportierten 10.6 Mio EUR Anzeigeneinnahmen sollte man sich doch ein paar gute Texter leisten können?
Ja, Medienmacher klagen über die Gratiskultur des Webs und sinkende Einnahmen aus dem Printbereich – ergo der Billigjournalismus. Angeblich.
Früher hatte ich ein schlechtes Gewissen, Zeitungen zu stehlen. Heute zahlt es sich oft einfach nicht mehr aus…
K-Empfehlungen:
- Seichtgebiete – Warum wir hemmungslos verblöden (Buch, Michael Jürgs 2009)
- Free Rainer (Film, D 2008) [ft. Na, haste bock drauf?!]
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